Walther-von-der-Vogelweide-Preis

„Die Neuen von den Songs“

Nachwuchspreisträger des „Walther-von-der-Vogelweide-Preises“

Nachdem im Vorjahr im historischen heimatlichen Umfeld Walther von der Vogelweides – im Südtiroler Sterzing - der „Walther-von-der-Vogelweide-Preis“ erstmals unter den Nachwuchskünstlern der „Songs an einem Sommerabend“ vergeben wurde, wandert der Preis nun, zusammen mit dem Liedermacher-Festival, nach Würzburg. Hier, wo der große Barde wohl zur letzten Ruhe gebettet wurde, werden im Sommer jene jungen Künstler ausgezeichnet, die der Welt der leisen und zugleich eindringlich engagierten Lieder mit neuen, zarten wie kraftvollen, launigen wie ernsten Tönen im Geiste des großen Barden neue Impulse geben.

Aus knapp 100 Einsendungen wurden von einer Fachjury aus Vertretern von Fernsehen, Radio und Presse zwei Interpreten ausgewählt, die mit dem „Walther-von-der-Vogelweide-Preis“ für Liedermacher ausgezeichnet werden. Die Singer-/Songwriter treten im Rahmen des Liedermacher-Festivals „Songs an einem Sommerabend – das Original“ am Freitag, den 29. bzw. Samstag, den 30. Juni im Park des Klosters Himmelspforten Würzburg auf.

Tobias Thiele (Freitag)

Der junge Berliner Liedermacher und Gewinner des Förderpreises 2017 der Liederbestenliste, Tobias Thiele, bewegt sich zwischen Fantasie und Realität, Freude und Trauer, Krieg und Frieden, zwischen Havanna und Berlin. Er singt von Träumen und Utopien; von der Zeit, die nicht alle Wunden heilt; von tausend Worten, die im Kopf herumschwirren und einem doch nichts sagen; vom gerechtfertigten „Dinge-vor-sich-herschieben“; vom Wälzen der Geschichtsbücher um sich zu erinnern um zu vergessen; vom Geld; und von den vielen Meilen, die man gehen muss auf der Suche nach dem Glück.

Milou & Flint (Samstag)

Charakteristisch für Milou & Flint sind die vielfältigen Sounds ihrer zahlreichen Instrumente wie zum Beispiel Klavier, Akkordeon, Gitarre, Bass, Violine, Trompete, Melodika, Cello, Vibraphon und Toy Piano. „Auch unsere Spielarten der Instrumente sind vielfältig. Wir benutzen zum Beispiel einen Geigenbogen, wo er normalerweise nicht hingehört, oder klopfen die Gitarrensaiten. Eingebaut haben wir auch Geräusche von einer Heizung und von Töpfen sowie das Rascheln von Tüten“, beschreibt Flint das auf dem Album zu hörende Klangspektrum, das von akustisch bis orchestral reicht.


Walther von der Vogelweide

Rund dreißig Jahre ist er durch die Welt des Mittelalters gezogen, der Barde Walther von der Vogelweide, bis er schließlich seine Zelte in Würzburg, der Bischofsstadt am Main, aufschlug. Kurz vor der Zeit seiner Geburt war die Stadt auch Sitz eines Herzogtums geworden und hatte damit die zwei machtvollen Säulen des Mittelalters in ihre Mauern beschlossen: „Sacrum imperium“ – geistliche und weltliche Macht. Der, dem die Stadt am Main zum Altersruhesitz werden sollte, hatte sein ganzes Leben in seinen Gedichten und Liedern gezeigt, daß ihm nichts Menschliches fremd und nichts Mächtiges unantastbar blieb.

Wenn nun die „Songs an einem Sommerabend“ in ihrem 32. Jahr nach Würzburg gewandert sind, eine Veranstaltung voller Lyrik, Poesie, leisen aber auch kraftvollen Tönen und Schwingungen, alles Menschliche besingend, so manchem Unmenschlichen aber auch Kunde und Klage verleihend, dann möchten sie der Stadt und ihrem berühmten Ruheständler ihre Referenz erweisen durch einen Preis, der den Namen Walthers von der Vogelweide tragen soll.