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Das waren die…

Songs an einem Sommerabend 2014

Kloster Banz in Bad Staffelstein

 

Foto: Mathias Walther

Mit dem Jahrgang 2014 ging das große Festival der Liedermacher in die 28. Runde.

Wieder wurden von Matthias Brodowy als Moderator Künstler aus vielen Regionen beim Festival „Songs an einem Sommerabend“ präsentiert. Die fünfte Jahreszeit in Bad Staffelstein ist inzwischen ein fester Bestandteil der Kulturszene in Franken geworden. Der Jahrgang präsentierte sich mit den großen Namen, die das Festival im Laufe der Jahre geprägt haben.

Hier können Sie sich das Programmheft 2014 anschauen oder als PDF-Dokument herunterladen.


Wie geht es weiter mit den „Songs“…

Liebe Freunde der „Songs an einem Sommerabend“

Wir brauchen Ihre Informationen. Ein Festival, das trotz wiederholter Versuche keine Subventionen bekam, nur getragen von der Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung und der Unterstützung der Stadt Bad Staffelstein, kann nur leben, wenn Sie kommen. Bestimmen Sie mit, wenn es weitergehen sollte, wie es weitergehen soll.

» Stimmen Sie hier mit ab!


Reinhard Mey

Garant für Musik mit der Hand gemacht

Seine Lieder, seine Stimme, sein charakteristischer Artikulations- und Ideenreichtum, lassen sich zusammengenommen nur schwer mit einem Prädikat beschreiben. Seit den 45 Jahren, in denen er seiner Berufung inzwischen schon folgt, lebt er das, was ihn so einzigartig und seine Lieder so unvergänglich macht – er lässt seiner fast schon journalistisch zu nennenden Beobachtungsgabe, seinem traumwandlerischen Entdeckergeist im unendlichen Universum der Konnotationen und seinem Ungehorsam als überzeugter Freidenker freien Lauf. Nach drei Jahren geht Reinhard Mey in diesem Herbst wieder auf Tournee.

Dabei zelebriert er jeden einzelnen Auftritt so, als ob es sein letzter sei. Oder wahlweise der Erste, obwohl seine Tourneen unfassbar viele Auftritte umfassen. Reinhard Meys Karriere bildet eine einzigartige, nicht abreisende Erfolgsgeschichte – im deutschsprachigen Raum, wie auch in Frankreich, als „Frederik“.

Das Jahr 2010 brachte das viel beachtete Album „Mairegen“.

Selten schafft ein Künstler, der Lieder schreibt, die auch Texte haben, die stattliche Zahl von 25 Alben. Er hat’s geschafft. Es ist ihm mit „Mairegen“ ein rundes Werk mit 13 klingenden Kurzgeschichten gelungen. Wie oft schon, 13 Geschichten und eine Zugabe, die nicht die großen Probleme der Welt abhandeln, was ja auch immer die Gefahr von Rundschlägen beinhaltet. Immer schon in den vielen Jahren seiner Arbeit ist auch Reinhard Mey in früheren Zeiten mit diesen großen Themen sparsam umgegangen. Immer, wenn er dazu eine Anmerkung ablieferte, gab es eine persönliche Anbindung an die Story. Die Umwelt und sein Lied vom Meer, öfters der Friede, die Schrecklichkeiten des Krieges und Leben und Tod.

Das letzte Album „dann mach’s gut“ zeigt leise Stimmungen, und es ist spürbar angenehm, die Anmerkungen zu den einzelnen Themen nicht laut und schrill zu hören - was aber auch nie seine Art war -, sondern oft nur fast geflüstert. Es sind farbige Bilder ohne unnötige Schörkel. Bilder, bei denen er sorgsam mit abgewogenen Farben spielt, die sich nie gegenseitig stören. Sein Lebensweg, den er in den letzten Monaten durchwandern musste, gab ihm auch viel Zeit, Geschichten zu schreiben, die sehr persönlich sind. Die sensible musikalische Hand von Manfred Leuchter - wie oft in den letzten Jahren - gab seinen Kurzgeschichten die musikalische Verpackung, die nie die Inhalte der Texte übertönt. Die Musik ist der Rahmen, der die Bilder stabilisiert, aber nicht wuchtig und aufdringlich in den Vordergrund drängt.

Reinhard Mey wird mit seinem Freund und musikalischem Begleiter Manfred Leuchter & Chris Burgmann nach Banz kommen.

Reinhard Mey gastierte bereits vierzehn Mal bei den „Songs an einem Sommerabend“

www.reinhard-mey.de

 


Konstantin Wecker

Auch 2014 steht er für Aufrütteln und Schlendern

Bild: © Annik Wecker

Wenn der Sommer nicht mehr weit ist. Wer verbindet diese Zeile nicht mit Konstantin Wecker? Im Sommer 2014 wird der deutsche Liedermacher auf den großen Festivalbühnen des Landes wieder live zu erleben sein - mit neuer Band und der schönen alten Liebe zu seinem Publikum. Konstantin Wecker und sein Publikum, das ist mehr als eine Freundschaft, das ist Liebe.

Seit nunmehr 40 Jahren tritt der bayerische Komponist und Sänger bereits in Deutschland, Österreich, Italien und in der Schweiz auf. Vier Jahrzehnte, in denen er seinen Idealen stets treu geblieben ist. Dafür lieben ihn seine Anhänger ebenso wie für seinen immer offenen Umgang mit der eigenen Geschichte. Denn Konstantin Wecker wurde schon oft aus der Bahn geworfen, seinen Weg zu sich selbst hat er nie aus den Augen verloren.

Mit alten Klassikern wie „Genug ist nicht genug“ oder „Frieden im Land“, „Sage nein“ und den neuen Songs „Absurdistan“ und „Wut und Zärtlichkeit“ lässt der Musiker seiner Empörung freien Lauf und auch Zeilen, die er vor 30 Jahren gedichtet hat, sind heute so aktuell wie nie. Für den streitbaren Künstler herrscht auch im Sommer 2014 alles andere als Frieden im Land. Aus diesem Grund zeigt er auf seine ganz eigene Art und Weise den allzu Mächtigen auf dieser Welt auch heute noch die Faust. Auf der Bühne und auch im Leben. Weil es eben sein muss.

Der wachsame und engagierte Poet nutzte schon immer die Kraft der lauten und leisen Töne, um die Menschen zur Innenschau und Wachsamkeit zu bewegen. Aufzustehen.

Konstantin Wecker im - Sommer 2014 - unter dem schlichten Programmtitel verbirgt sich auch in diesem Jahr eine unbändige Ladung Lebens- und Spielfreude, durch die der Musiker wundervolle Momente erlebt und mit seinem Publikum teilt.

Was gibt es Schöneres, als an einem warmen Sommerabend von Liedern wie „Bleib nicht liegen“, „Fliegen mit Dir“ oder „Was keiner wagt“ umfangen zu werden? Wecker nimmt sein Publikum gefangen, um ihm die Freiheit zu zeigen, um die es auch in 2014 zu kämpfen gilt. Konstantin Wecker kämpft und bewegt. Mit Liedern, die einen aufrütteln und doch Balsam für die Seele sind. An ihnen kann man sich wie an einer schäumenden Maß Bier erfrischen und vor allem stärken. Denn Konstantin Wecker und seine Band verstehen es, Mut zu machen - und Lust - auf mehr.

Der Auftritt von Konstantin Wecker bei den Songs ist sein siebter Besuch.

www.wecker.de

 


Klaus Hoffmann

Der Berliner Geschichtenerzähler

Bild: © Jim Rakete

Klaus Hoffmann wurde im Jahre 1951 in Berlin geboren, sang in der 68er-Clubszene seine ersten eigenen Lieder und begann 1970 sein Schauspielstudium am Max-Reinhardt-Seminar, im Jahre 1974 erschien seine erste LP.

1975 spielt er Fernsehrollen unter den renommierten Regisseuren Peter Beauvais und Tom Toelle. Für die Hauptrolle im Film „Die neuen Leiden des jungen W.“, nach dem Bühnenstück von Ulrich Plenzdorf, erhält er 1976 die Goldene Kamera und 1977 den Bambi, im gleichen Jahr bekommt er seine erste Fernsehshow und spielt unter der Regie von Ingmar Bergmann in dem Film „Das Schlangenei“ (1977) mit.

1978 engagiert ihn Boy Gobert am Thalia Theater in Hamburg, im gleichen Jahr erhält Hoffmann den Deutschen Kleinkunstpreis (Sparte Chanson), für sein Album „Westend“ erhält er 1980 den Deutschen Schallplattenpreis.

1997 schreibt Klaus Hoffmann das Musical „Brel - Die letzte Vorstellung“, das am 12. Juni 1997 am Berliner Schillertheater Weltpremiere hat und als „Bühnenereignis des Jahres“ mit einer „Goldenen Europa“ ausgezeichnet wird. 1998 führt ihn eine Deutschlandtournee in mehr als 60 Städte und im September 2000 erscheint sein Roman „Afghana - eine literarische Reise“. Das Liederbuch „Sänger“ erscheint 2002, von November 2002 bis Mitte Februar 2003 findet die „Insellieder Tour“ statt und im April 2003 erscheint der dazugehörige Live-Mitschnitt.

Im Jahre 2005 begleitet Hoffmann Lesungen von Antje Vollmer und Friedrich Schorlemmer auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover.

Im Jahre 2006 erhält er den Kulturpreis der Berliner Zeitung.

Am 27. März 2011, einen Tag nach seinem 60. Geburtstag, feierte Klaus Hoffmann seinen runden Geburtstag im Berliner Friedrichstadt-Palast mit zahlreichen Wegbegleitern, allen voran Reinhard Mey. Weitere Gäste des über vierstündigen Konzerts, das bereits Monate zuvor ausverkauft war, waren Hannes Wader, Herman van Veen, Lydia Auvray, Romy Haag, Rolf Kühn und Robert Kreis.

Hoffmann verbindet eine enge Freundschaft mit dem Liedermacher Reinhard Mey, den er in seiner Autobiografie als seinen „Bruder“ bezeichnet. Mey schrieb anlässlich des 60. Geburtstags von Klaus Hoffmann sein Lied „Für Klaus“; beide Künstler haben diverse Lieder wie „Alle Soldaten woll’n nach Haus“, „Schenk mir diese Nacht“ sowie „Meine Zeit“ gemeinsam aufgenommen.

Seit August 2001 ist Klaus Hoffmann mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Malene Steger verheiratet; als Trauzeugen fungierten Hella und Reinhard Mey. Klaus Hoffmann lebt in seiner Heimatstadt Berlin und geht regelmäßig nach jedem neuen Album auf ausgiebige Deutschlandtournee.

Der Auftritt von Klaus Hoffmann bei den Songs ist sein siebter Besuch.

 


Hannes Wader

Wie immer mit Ecken und Kanten

Bild: © Erik Weiss

Hannes Wader? Über den Mann ist doch längst alles gesagt und geschrieben: Singer-Songwriter aus der Burg-Waldeck-Szene der 60er Jahre, seit 40 Jahren on tour, on stage and on the road, sonorer Sänger, inspirierter Dichter, talentierter Komponist, exzellenter Musi­ker, virtuoser Gitarrenartist. Was vergessen? Ach ja: Pazifist, Utopist und Klassenkämpfer, Ar­beiterkind und Autodidakt, Hannes Wandervogel und Talking-Blues-Brother, rot und rast­los, ehrlich und knorrig, sozialkritisch und sozialromantisch, antifaschistisch bis aufs Blut und antiautoritär bis auf die Knochen - trotz alledem und alledem. Das war's dann.

Aber war's das? Es gibt von Hannes Wader (noch) keine Autobiografie, und die wird es wahrscheinlich auch nie geben. Braucht es aber auch gar nicht, denn es gibt ja seine Lieder. Unser Mann hat in den 40 Jahren seines Schaffens rund 35 Alben veröffentlicht. Nehmen wir nur das vorerst letzte, das er sich quasi selbst zum 65. Geburtstag geschenkt hat. Es heißt Neue Bekannte, schön (selbst)ironisch und doppeldeutig, denn es enthält 20 aus­ge­wählte, gute alte bekannte Lieder, alle freilich neu arrangiert und mit exzellenten Musikern neu aufgenommen.

In diesem Jahr ist Hannes Wader zum 8. Mal Mitwirkender in Banz.

 


Bodo Wartke

Nach langer Pause wieder auf der Wiese

Bodo Wartke ist der Gentleman-Entertainer am Flügel. Das Publikum schätzt ihn als Chansonnier und virtuosen Pianisten ebenso wie als wandlungsfähigen Schauspieler. Im Herbst 2014 wird er mit seinem Best-of-Programm „Swingende Notwendigkeit“ und großem Orchester durch Deutschland touren.

Bodo Wartkes Solo-Theaterstück „König Ödipus“ - seine genial gereimte Neudichtung frei nach Sophokles - wurde mittlerweile von mehreren Theatern, darunter das Hessische Staatstheater Wiesbaden sowie das Wolfgang Borchert Theater in Münster, sowohl als Solo- als auch als Ensemblefassung aufgeführt.

Der mit dem renommierten Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnete Klavierkabarettist ist den Songs seit 2001 verbunden. Als Preisträger des Nachwuchsförderpreises der Hanns-Seidel-Stiftung e. V. sang er damals im Vorprogramm der Preisträger seine mittlerweile zu Klassikern gewordenen Lieder „Ja, Schatz!“ und „Liebeslied“. Von 2006 bis 2011 moderierte der Wahl-Berliner dieses größte Liedermacher-Open-Air-Festival Deutschlands.

In den vergangenen 13 Jahren war Bodo Wartke regelmäßig mit den musikalischen Höhepunkten aus seinen abendfüllenden Programmen „Ich denke, also sing’ ich“, „Achillesverse“ und „Noah war ein Archetyp“ auf der Klosterwiese zu Gast. Seine vertonten Geschichten sind charmante Beobachtungen des Alltags und der Komplikationen, die das zwischenmenschliche Miteinander aufwirft. In diesem Jahr wird er als Solist am Flügel die schönsten Songperlen aus seinem aktuellen Programm „Klaviersdelikte“ zu Gehör bringen.

Beim 25. Song-Festival meinte Bodo, eine Pause wäre für alle eine gute Sache. Er meinte, wie Reinhard Mey oder Konstantin Wecker als Solist wiederkommen, für ihn ein wichtiges Thema. Moderieren nach vielen Jahren - eine Periode, die zu Ende geht. Nach zwei Jahren Pause kommt er nun wieder, sprüht von neuen Ideen und freut sich auf sein Banz.

Der Stammgast auf der Wiese vor Kloster Banz ist nach zwei Jahren Pause wieder dabei – zum 11. Mal!

 


Anna Depenbusch

Der neuer Stern der deutschen Liedermacherszene kommt wieder

2005 veröffentlichte sie ihr Debütalbum bei Rintintin Musik. Ins Gesicht enthält musikalische Elemente aus Pop und Chanson. Der Song Heimat von dieser Platte wurde für den Deutschen Musikautorenpreis nominiert. Gelobt wurde vor allem der unverkrampfte und persönliche Umgang mit dem in Deutschland so schwierigen Thema. Depenbusch textet, komponiert und produziert selbst, so dass sie den Liedermachern zugeordnet werden kann. Stilistisch festlegen will sich Anna Depenbusch aber nicht und experimentiert mit verschiedenen Genres wie Blues und Country.

Daneben ist sie aber unter Pseudonymen auch in anderen Stilrichtungen aktiv. Als Anastasica kooperierte sie seit 2003 mit dem Hamburger Chillout-Projekt Max Melvin. Weihnachten 2008 steuerte sie unter dem Pseudonym Ella Larsson mit Lara’s Song die Musik für den Werbespot der deutschen Telekommunikationsfirma T-Mobile bei.

Vor ihrer Solokarriere sang Depenbusch unter anderem im Background von Orange Blue.

Mit ihrem zweiten Album, Die Mathematik der Anna Depenbusch aus dem Jahre 2011, etablierte sie sich in kurzer Zeit als Pop-Chansonsängerin in der deutschen Musikszene. Das Album stieg Ende Januar 2011 auf Platz 25 in die Longplay-Charts ein. Aufgrund des großen Erfolges des Albums nahm sie die Songs im selben Jahr nochmals in einer Fassung nur mit Klavier auf und veröffentlichte diese unter dem Titel Die Mathematik der Anna Depenbusch in Schwarz-Weiß. 2012 wurde sie mit dem Fred-Jay-Preis ausgezeichnet und wird am 31. Oktober 2012 den Deutschen Chanson-Preis verliehen bekommen.

Am 5. Oktober 2012 erschien ihr viertes Album, Sommer aus Papier, das unter anderem ein Duett mit Mark Forster enthält, und auf Platz 34 in die deutschen Longplay-Charts eingestiegen ist. Anna Depenbusch steht bei dem Label 105music unter Vertrag, ebenso wie z. B. Ina Müller oder Annett Louisan.

Anna Depenbusch ist 2014 zum 2. Mal bei den Songs dabei.

 


Dominik Plangger

Der neue Name der Szene, entdeckt bei den Songs

Bild: © Bernd Schranz

Mit Hemd, Weste und der für ihn typischen Cordmütze sitzt er auf der Couch. Dominik Plangger ist ein Vinschger Singer-Songwriter, um den modernen Begriff für Liedermacher zu verwenden. Wie er seine Musik definieren soll, weiß er selbst nicht so genau. Es sei kein Country, es sei kein Blues, es sei kein Jazz. „Ich spiele Gitarre und singe Texte dazu.“

Plangger kommt aus Stilfs, einem kleinen Ort im Westen Südtirols, direkt auf dem Weg zum Stilfserjoch. Das rollende R und der typische Vinschger-Akzent lassen seine Herkunft mehr als erahnen und ihn authentisch wirken. Der 33-Jährige ist gelernter Maler und hatte schon früh den Drang „vom Landl außizuschaugen“. Mit 19 Jahren zog es ihn erstmals nach Kanada. Zwei Sommer verbrachte er in der kanadischen Provinz British Columbia. Fünf Monate lebte er in Irland, wo er sich sein Geld als Straßenmusiker und mit Auftritten in Pubs verdiente. Vier Jahre lang lebte er in Wien. Vor wenigen Monaten schlug er seine Zelte in Innsbruck auf. Plangger wollte sich loslösen von Wien. Die Stadt sei eine Saugglocke und nicht das, was er brauche, erzählt er.

Die Musik spielte im Leben von Dominik Plangger schon sehr früh eine Rolle: „Bereits im Kindergarten habe ich viel gesungen. Musik hat mich immer schon berührt, seit ich denken kann.“ Mit 13 Jahren fing er wieder an Gitarre zu spielen, dann allerdings ohne Musikschule. Er brachte sich alles selbst bei, als Autodidakt. Drei Jahre später hatte Plangger seine erste Band. Metal hätten sie damals gespielt. Ein krasser Gegensatz zu seiner heutigen Musik. Seit etwa zehn Jahren schreibt er seine Lieder selbst. Plangger singt seine Lieder auf Deutsch. Englisch ist für ihn zu Mainstream, zu wenig authentisch. Seine Texte sind kritisch: „Sie lügen immer noch und halten uns dumm, so manche Heuchler, die uns verwalten, sie faseln von Podesten mit schüttergrauem Haar, es sind immer noch die gleichen, die Alten“, heißt es in seinem Song „Da rührt sich was in mir“. Er will mit seiner Musik aber niemanden belehren. „Es gibt Dinge, die mich stören und darüber singe ich einfach“. Und damit ist der Vinschger Liedermacher erfolgreich.

Im Juli 2014 ist Dominik Plangger zum 5. Mal in Banz.

 


Moderation: Matthias Brodowy

„Die Überraschung der Songs 2012 und 2013“

Matthias Brodowy steht seit 1989 auf der Kabarettbühne, zunächst in einem Schüler-, bzw. Studentenensemble, seit nunmehr 15 Jahren tourt er als Solist quer durch Deutschland. Für das erste seiner acht Soloprogramme wurde er von Hanns Dieter Hüsch mit dem niederrheinischen Kabarettpreis „Das schwarze Schaf“ ausgezeichnet. Es folgten insgesamt 15 weitere Kabarettpreise, darunter im Jahr 2000 der „Prix Pantheon“ und 2013 der „Deutsche Kleinkunstpreis“ in der Sparte Chanson. Denn Brodowy ist nicht nur Wortakrobat, sondern mit Leib und Seele auch Musiker. Als ausgebildeter Organist fühlt er sich überall dort zuhause, wo er Tasten vorfindet. Zurzeit ist Brodowy mit seinem achten Soloprogramm „Kopfsalat-Chaoskabarett“ unterwegs sowie mit seinem „Kabarettkonzert in Begleitung“ mit Musikern und einem Theaterstück mit einem Hamburger Puppenspieler, das er auch in plattdeutscher Mundart aufführt. Er hat inzwischen sieben CDs veröffentlicht, zuletzt 2013 „Bis es Euch gefällt“, ein Doppelalbum mit Höhepunkten aus acht Programmen. Neben seiner Bühnentätigkeit arbeitet Brodowy regelmäßig für das Radio, so moderiert er u. a. für den WDR das Kabarettfest aus Paderborn. Auch in der Welt der Varietés ist er zuhause, arbeitete für Roncalli und führt als Conférencier durch die Abende im legendären Hamburger Hansatheater. Und in Franken fühlt sich der Hannoveraner auch besonders wohl: 2012 moderierte er zum ersten Mal die Songs an einem Sommerabend und er wird auch 2014 wieder auf dem Banzer Hügel durch das Programm führen.

 


Die Nachwuchspreisträger 2014

Martin Zingsheim

Martin Zingsheim bringt mit seiner jugendlichen, unbekümmerten Art, unverbrauchtem Wortwitz und viel gekonnter Musik einen erfrischenden neuen Wind in die Welt des Kabaretts. Er haut nicht mit der Faust auf den Tisch, sondern liefert seine Sicht auf die Dinge lieber sprachlich wild assoziativ, postmodern-verdreht und musikalisch um die Ecke gedacht mit großartigem Spaßfaktor. Wer sich von ihm gar nicht unterhalten fühlt, der hat wohl eine allgemeine Lebensschwermut erreicht.

Gleich das erste Soloprogramm „OPUS MEINS“ katapultierte Martin Zingsheim auf die erstklassigsten Bühnen der Republik. Es folgte das, womit man in der Kabarettlandschaft gemeinhin Ankündigungstexte füllt: begeistertes Presseecho, Auftritte im Fernsehen, Gewinn diverser Preise, frei Erfundenes. Martin ist wahrlich ein komödiantischer Rundumschlag gelungen: originelle Komik, mitreißende Musik und ein brillantes Gefühl für Sprache begeistern die Zuschauer deutschlandweit. Nennen Sie es Kabarett, Comedy oder in dem Alter eine Frechheit, denn zwischen seinen Händen zerfließen Genregrenzen wie Bürgerrechte in Simbabwe. Zingsheim, das bedeutet kritische, innovative und blitzgescheite Abendunterhaltung und eine „schwindelerregende, intellektuelle Achterbahnfahrt, die man so schnell nicht vergisst.“


Cynthia Nickschas

Cynthia! Unkonventionell und doch eingängig sind ihre Songs, die sie in erster Linie für sich selbst schreibt und spielt. Sie spricht damit eine ganze Generation an - die „Generation Blöd“, die doch so blöd gar nicht ist, sondern in ihrem „Warum?“ ganz schön weise.

Die heute 25-jährige Rockröhre gewann nicht ohne Grund 2011 den Straßenmusikerwettbewerb in Geldern. Akustische Gitarre, Bass und Cajon bilden die musikalische Basis und lassen genug Raum für Cynthias herausragende Stimme, die mal rotzig und mal feinfühlig daher kommt, während es ihr nie an Wärme fehlt. Ihre Texte, auf deutsch und englisch, zeugen von der Philosophie der guten Laune: „Negative Gedanken bilden nur neue Schranken ...“ – es ist viel besser „sich mit etwas zu befassen, das befreit.“ Musik ist Lebensmittel, jede Bühne ein Zuhause und Cynthia verteilt „Endorphine für’s Gehirn.

Zusammen mit ihrer Band - Mario Hühn, Christoph Wegener und Stefan Janzig - bringt sie schlicht jedes Festival zum Tanzen. Keine Chance auf trockene Achseln. Allein Angst vor großen Vergleichen wie dem mit Janis Joplin braucht Cynthia nicht zu haben. Sie ist groß.


Desiree Klaeukens

Junge Songwriterinnen, die deutsch texten und sich auf der Akustik-Gitarre begleiten, gibt es heute wie Sand am Meer. Desiree Klaeukens macht den Unterschied durch Charisma und schlichte Qualität ihrer Lieder. Erprobt im Vorprogramm von Genregrößen wie Gisbert zu Knyphausen, Niels Frevert oder Tom Liwa, bestechen die Songs der gelernten Kfz-Mechanikerin durch eine präzise Sprache, die Befindlichkeiten ihrer Generation unaufgeregt und punktgenau formuliert. Auf der Bühne ist die in Duisburg aufgewachsene und inzwischen in Berlin lebende Mittzwanzigerin bei aller koketter Schluffigkeit in der Lage, Männer und Frauen gleichsam in ihren Bann zu ziehen.

Desiree Klaeukens’ Debütalbum erschien im Januar 2014.

Aufgenommen wurde er im Hafenklang Studio in Hamburg mit einer Band, die wir größtenteils von Niels Freverts letzten Werken und seinen Konzerten kennen: Stephan Gade am Bass, Tim Lorenz am Schlagzeug, Philipp Steinke am Klavier. Hinzu kommt langjähriger musikalischer Begleiter Florian Glässing an der Gitarre.


Simon & Jan

Was bei Simon & Jan auf der Bühne passiert, klingt wie eine paradoxe Mischung aus Simon & Garfunkel und Joint Venture, Kings of Convenience und Rainald Grebe, bei der sich alle gut ergänzen und am Ende doch jeder macht, was er will. Um ihre Botschaft zu verstehen, muss man sie nicht von links oder rechts betrachten, alt oder jung sein. Ihre zynischen Balladen sind eine Gefühlsangelegenheit, sie demoralisieren ohne zu moralisieren. Und das ist ihre hohe Kunst.

Mit ihren Programmen legen Simon & Jan eine liebevoll misanthropische Revue vor über das einzige Lebewesen, das wirklich eine Wahl hat, sich dann aber doch immer wieder zielgerichtet für das Falsche entscheidet. Sie nehmen den Menschen unter die Lupe. Das Ergebnis: Die Würde des Menschen ist unauffindbar. Und auch in punkto Energieeffizienz ist er nicht mehr tragbar. Sein Verbrauch reicht ins Unermessliche und was kommt heraus? Vorwiegend heiße Luft. Was tun? Abschalten? Abschießen? Friendly Fire - eine Spezies unter Beschuss. Die Waffen: zwei Stimmen und zwei Gitarren. Die Munition: fein arrangierte Songs, engelsgleicher Harmoniegesang und ein bis zur Perfektion betriebenes Gitarrenspiel. Simon & Jan feuern auf alles, was sich bewegt, auch in den eigenen Reihen. Kollateralschäden werden billigend in Kauf genommen. Sie sind halt auch nur Menschen.